Neubauten

Klimaschutzssiedlung Köln-Westhoven

Im Kölner Stadtteil Porz-Westhoven, ca. 7 km südöstlich von der Innenstadt gelegen, befindet sich in Rheinnähe die sogenannte Vogelsiedlung. In diesem Siedlungsgebiet wurden nach dem Krieg in einfachster Bauweise Wohnungen errichtet, die nach und nach durch zeitgemäße Neubauten ersetzt werden. Nach dem Abbruch der auf dem Grundstück bisher vorhandenen einfachen Zeilenbauten, wurde in enger Abstimmung zwischen Bauherren, Architekten und Fachplanern das Ziel definiert, hochwertigen Wohnraum mit möglichst geringen Nebenkosten für die Mieter bei ökonomisch sinnvollem und förderfähigem Investitionsvolumen zu planen. Die drei 2013 fertiggestellten Häuser in der Amselstraße 11-15 bilden im Rahmen des Programms 100 Klimaschutzsiedlungen in NRW,  den ersten realisierten Bau-abschnitt der energetisch und gestalterisch ambitionierten Neubebauung des Areals. Der Grundriss der drei Gebäude basiert auf einer winkelförmigen Gebäude-struktur, die ein optimiertes Verhältnis von besonnten zu verschatteten Fassaden-flächen sowie eine höhere städtebauliche Verdichtung generiert. Verbunden werden die drei Wohnhäuser mittels einer gemeinsam genutzten, mit einer in den Binnen-bereichen abwechslungsreich begrünten Tiefgarage.Über ein räumlich vielschichtig gestaltetes Treppenhaus mit reizvollen horizontalen und vertikalen Blickverbind-ungen, werden vom EG bis zum 2.OG jeweils 4 Wohnungen pro Regelgeschoss erschlossen. In den Staffelgeschossen befinden sich zudem zusätzlich jeweils 2  Wohnungen mit großzügigen Dachterrassen. Insgesamt wurden auf dem Grundstück 42 attraktive Wohnungen in Größen zwischen 60-105 m² erstellt. Alle Wohnungen sind in einer hochwertigen Ausstattung ausgeführt, verfügen über jeweils eine dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und wurden zudem barrierefrei geplant. Als Primärenergieträger der zentralen Heizungsanlage wurde Holz (zwei 40 kW Peletkessel) in Verbindung mit einer großflächigen, auf  zwei Hausdächer verteilten 115 m²  Solarkollektoranlage gewählt. Die Speicherung des durch die Kollektoren gewonnenen Warmwassers erfolgt in einen 14.000 Liter fassender Schichtenpeicher, der in die Heizzentrale integriert wurde. Die Warm-wasserversorgung der Wohnungen funktioniert über ein sogenanntes Zwei-Leiter-Netz. Das Heizungswasser wird bis in die Wohnungen in einer Leitung geführt, wo dezentral die Wärme für das Brauchwasser in sogenannten Kompaktstationen mittels Wärmetauscher abgegeben wird. Energieverluste über die zum Teil großen Leitungslängen wurden auf diese Weise in Verbindung mit einer hochwirksamen Rohrdämmung weitgehend minimiert. Die  Verwendung von hoch-gedämmten Bauteilen sowie die konsequente Verringerung von Wärmebrücken in Kombination mit der beschriebenen Haustechnikkonzeption führt zu einer  hohen Energieeffizienz der Wohnhäuser die eine erfolgreich Einstufung als KFW-40 Standard ermöglichte. Für die drei Wohnhäuser ist ein Energieerbrauch von maximal 35 kW/m² ist prog-nostiziert. Durch ein konsequentes Qualitätsmanagement bei der Bauausführung sowie das Monitoring der tatsächlichen Verbrauchswerte wird gewährleistet, dass die niedrigen Verbrauchswerte im tatsächlichen Betrieb dauerhaft eingehalten werden. Weitere charakteristische Merkmale der Siedlung sind die großflächig konzipierten Balkone und Terrassen sowie die detaillierte und abgestimmte Gestaltung und Einbindung der Außenanlagen- und Lichtplanung in das städtebauliche und architektonische Gesamtbild. Der 2. Bauabschnitt der Klimaschutzsiedlung mit weiteren 42 Wohnungen wurde ab Herbst 2014 bis zum Frühjahr 2016 realisiert.

 

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